Zum Hauptinhalt springen Zur Navigation springen Zum Footer springen
Firmenschulungen Newsletter Über uns
Schliessen
Suche öffnen
Merkzettel

Vom Behandlungsraum in die Cloud:
Wie Ümit als Quereinsteiger moderne Lernwelten baut

von IBAW, 20. April 2026

Ümit ist seit fast zwanzig Jahren Physiotherapeut – und gleichzeitig strebt er eine Karriere als Informatiker und Web Engineer an. Tagsüber arbeitet er im Corporate Health bei Roche Basel, abends und am Wochenende vertieft er sich in Netzwerke, Security, Webentwicklung und Design, denn: Er absolviert den Lehrgang Informatiker*in und parallel den Master in Web Engineering (Zert.) am IBAW. 

Im Interview spricht Ümit darüber, wie ihm der IBAW-Lehrgang geholfen hat, Theorie direkt in die Praxis umzusetzen, warum Alter und Quereinstieg keine Hürden für eine IT-Weiterbildung sein sollten, welche Vision er für sein zweites berufliches Standbein hat – und wie Japanisch, Zeichnen und Laufen seinen inneren Kompass in Balance halten. 

Ümit, Physiotherapeut & Informatik-Student

Ich bin Ümit, Physiotherapeut, und vor der Zielgeraden zum Web Engineer. Seit April 2007 arbeite ich klinisch, heute im Corporate Health bei Roche Basel / inicio. Den Einstieg in die IT habe ich durch meine Rolle in einem Therapiezentrum gemacht: Fünf Jahre lang war ich parallel zum Therapiebetrieb für alles Digitale zuständig. Website, Server, Infrastruktur, Anwendungen.

Du machst gleichzeitig den Lehrgang Informatiker*in am IBAW und den Master in Web Engineering (Zert.) – was hat dich dazu motiviert, beide Weiterbildungen zu kombinieren? 

Die Motivation kam aus der Realität meiner Arbeit. Als ich in einem Therapiezentrum die digitale Verantwortung übernahm, merkte ich schnell: IT hat zwei Seiten – eine sichtbare und eine unsichtbare.

  • Die sichtbare: Webpräsenzen pflegen, Kliniksoftware betreuen, Hersteller beraten, Patienten und Mitarbeitende begleiten. Direkt, nutzerorientiert, im täglichen Betrieb spürbar.
  • Die unsichtbare: Systeme vom lokalen Server in die Cloud migrieren, Reverse Proxies aufsetzen, DNS-Einträge und SSL-Zertifikate konfigurieren. Die Magie passiert dort, wo nichts zu sehen ist.

Ich stand genau dazwischen. Und anstatt eine Seite zu wählen, wollte ich beide verstehen. 

Warum hast du dich konkret für den Lehrgang am IBAW entschieden – was war für dich ausschlaggebend bei der Wahl des Bildungsanbieters? 

Das IBAW hat mich vor allem durch seinen Aufbau überzeugt – berufsbegleitend, strukturiert, mit Abschlüssen, die in der Schweiz anerkannt sind. Was mich aber besonders positiv überrascht hat, war die Vorbereitung auf die CompTIA-Zertifizierungen. ITF+, A+ und Network+ habe ich alle beim ersten Anlauf bestanden. Aktuell bin ich an Cloud+ und Security+ dran und gehe da mit demselben Vertrauen rein. 

Wie erlebst du den Lehrgang Informatiker*in am IBAW und was nimmst du bisher mit? 

Der Lehrgang ist eine echte Weiterentwicklung meines bisherigen Werdegangs. Im ICT-Teil lerne ich Dinge, die ich vorher bewusst umgangen hätte: Wie das Internet funktioniert, wie Betriebssysteme im Inneren arbeiten und warum Security eine grundlegende Denkweise ist.

Mein Prinzip dabei: Manchmal reicht ein Fünf-Minuten-Video zu einem Thema, das ich noch nicht verstanden habe, manchmal ist ein tieferes Eintauchen nötig. Kontinuität entsteht durch mal mehr und mal weniger. 

Neben dem Lehrgang arbeitest du an deinem Abschlussprojekt: einer Plattform für modernes und flexibles Lernen. Kannst du uns kurz erklären, was die Plattform genau kann und für wen sie gedacht ist? 

CubeLearn ist eine Microlearning-Plattform – mit einem Konzept, das aus meiner Erfahrung als Therapeut stammt. Statt langen Kursen gibt es kleine Lerneinheiten («Cubes»), einen fixen Lernpartner und einen Skill-Tree, der den eigenen Fortschritt sichtbar macht. Aufgebaut ist die Plattform mit MongoDB, Express, React und Node.js – von der Idee bis zur Produktion komplett selbst entwickelt und gehostet. Das Exposé für meine Abschlussarbeit ist bereits bewilligt, die Plattform läuft produktiv. Wer einen Blick auf CubeLearn, mein Portfolio und meine Projekte werfen möchte: Auf www.cubeapp.ch ist alles einsehbar. 

Und dann gibt es noch meinen Web-Engineering-Dozenten Simon. Wir haben uns stillschweigend darauf geeinigt, wer die bessere Lernplattform entwickelt. Ich liege gut im Rennen. 

«Ortsunabhängig, flexibel und mit Fokus auf Industriezertifikate – ideal für alle, die sich unkompliziert auf ihren nächsten Karriereschritt vorbereiten wollen.»

Ümit Ceyran, Teilnehmer des Lehrgangs Informatiker*in (System- und Netzwerktechnik)

Wie hat dir dein Wissen aus dem IBAW-Lehrgang konkret bei der Entwicklung deiner Plattform geholfen – gibt es Beispiele, wo sich Theorie und Praxis direkt verbunden haben? 

  • ICT Security Associate– Wer eine Plattform mit echten Nutzerdaten betreibt, muss wissen, wie Angreifer denken. Zugänge absichern, Schwachstellen kennen, bevor andere sie finden.

  • ICT Network Supporter– Eine App, die nur auf meinem Laptop läuft, nützt niemandem etwas. Wie Domains auf Server zeigen, Verbindungen verschlüsselt werden, eine Plattform stabil erreichbar bleibt – das alles steckt hier drin.

  • ICT Desktop Technician– Fehler lesen, Ressourcen planen, Anwendungen isoliert betreiben, damit ein Absturz nicht alles mitnimmt.

  • Web Designer NDK HF – Nutzer möchten eine ansprechende Darstellung und ein Erlebnis, das sie ergänzt, nicht blockiert.

Die Plattform wird bereits getestet und soll noch vor Abgabe produktiv eingesetzt werden: Was sind deine nächsten Schritte und welche Vision hast du längerfristig für dieses Projekt? 

CubeLearn wird gerade im echten Betrieb getestet und die ersten externen Signale sind da: Eine Nachhilfeeinrichtung hat Interesse gezeigt, die Plattform für sich zu nutzen. Gleichzeitig habe ich Kontakt zu Sprachlehrern für Japanisch und Koreanisch, die sich vorstellen können, Lektionen auf dieser Plattform aufzubereiten. Das Modell ist dabei denkbar einfach: 

Der Lernende liest sich in den vorbereiteten Stoff ein, geht damit in die Lektion und setzt sich gemeinsam mit dem Dozenten mit dem Thema auseinander. Danach bleibt die Lektion im System – der Lernende kann sie jederzeit wieder aufgreifen, den Skill-Tree weiter ausbauen und entweder einem vorgegebenen Lernpfad folgen oder selbstständig einen anderen Ast wählen. 

Wenn du auf deinen bisherigen Weg mit dem IBAW zurückblickst: Was würdest du jemandem sagen, der noch zögert, eine Weiterbildung im Informatikbereich zu starten? 

Die grösste Hürde ist selten die Zeit – es ist die Angst, der Älteste im Raum zu sein oder als Quereinsteigerin aufzufallen. Das kenne ich. Ich habe mit 36 angefangen, mitten im Klinikalltag, ohne klaren Plan und ohne zu wissen, wohin es führt. Mit 40 werde ich einen Webengineer- und einen Informatikabschluss in der Hand halten. Mittlerweile habe ich echte Projekte, die live laufen: Kundenprojekte wie www.bergzauber-hasliberg.ch und meine eigene Plattform cubelearn.cubeapp.ch. Das alles als Quereinsteiger, der noch lernt und schon liefert. Mein ehrlicher Rat: Fang klein an. Ein Modul, ein Zertifikat, ein Projekt und vor allem eine Gruppe Gleichgesinnter, die denselben Weg geht. 

Wo siehst du dich in ein paar Jahren – eher als Spezialist in der Technik, als Gründer mit eigener Lernplattform oder vielleicht in einer ganz anderen Rolle? 

Was mich wirklich interessiert, ist die Schnittstelle – Systeme bauen, die Menschen tatsächlich helfen, weil ich selbst verstehe, was Menschen brauchen. Ich will mindestens ein zweites Standbein haben oder, wenn der Tag kommt, an dem ich nicht mehr in der Klinik arbeiten kann, eine vollständige zweite Profession, die mich trägt. Ob das als angestellter Engineer, als Produktentwickler oder mit einem eigenen Produkt passiert, halte ich mir offen. 

Was möchtest du uns sonst noch mitteilen? 

Mein innerer Kompass zeigt nach Asien – Japan vor allem. Nicht die Touristenpfade, sondern die Ecken, die man nur findet, wenn man die Sprache ein bisschen beherrscht. Deshalb lerne ich Japanisch – nicht für einen Kurs, sondern um vom «beaten path» wegzukommen. Sportlich bin ich mit Laufen und Krafttraining dabei, und wenn der Körper mal eine Pause will, setze ich mich hin und mal – für mich, ohne Publikum, einfach weil es gut tut.

If event.detail has no child property!