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Keine Chance für Identitätsdiebstahl: so schützen Sie Ihre Online-Identität

von IBAW, 26. August 2025

Ihre digitale Identität umfasst alle persönlichen Informationen, die Sie bewusst oder unbewusst online zur Verfügung stellen: E-Mail-Adressen, Passwörter, Social-Media-Profile, Bankdaten und vieles mehr. Diese Daten sind Ihr «digitaler Fingerabdruck», den Unternehmen nutzen, um Ihnen personalisierte Angebote zu machen – und der für Cyberkriminelle zur wertvollen Beute werden kann.

Die Gefahr dabei: Stehlen Hacker*innen Ihre digitale Identität, können sie in Ihrem Namen handeln, über Geld von Ihrem Konto verfügen, Ihre Kontakte täuschen oder Ihre Daten weiterverkaufen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was Sie tun können, um Ihr digitales Ich vor Identitätsdiebstahl zu schützen.

Die Rolle von KI in der digitalen Sicherheit

Künstliche Intelligenz ist ein zweischneidiges Schwert. Sie hilft, Bedrohungen schneller zu erkennen und Sicherheitsmassnahmen zu verbessern. KI-Systeme können beispielsweise in Echtzeit ungewöhnliche Aktivitäten analysieren und Alarm schlagen, bevor ein grösserer Schaden entsteht. Doch auch Cyberkriminelle nutzen KI für immer raffiniertere Angriffe. Phishing-Mails wirken durch KI täuschend echt, und Deepfakes – mithilfe von KI generierte Videos oder Bilder – machen es zunehmend schwieriger, zwischen Wahrheit und Täuschung zu unterscheiden. Besonders in sozialen Netzwerken wie LinkedIn, wo berufliche Kontakte gepflegt werden, wird KI häufig eingesetzt, um Fake-Profile zu erstellen und Vertrauen zu erschleichen.

Social Logins: bequem, aber riskant

Benutzerkonten bei Google, Facebook oder Apple ermöglichen Ihnen «Social Logins» – den praktischen Weg, sich mit einem Klick bei anderen Diensten anzumelden. Doch diese Art der Authentifizierung birgt erhebliche Risiken. Verschafft sich ein*e Hacker*in Zugriff auf Ihr Hauptkonto, hat er*sie automatisch Zugang zu allen Diensten, bei denen Sie sich mit diesem Social Login angemeldet haben: Er*sie besitzt damit einen Passepartout-Schlüssel zu Ihrem digitalen Leben.

Was können Sie tun?

  • Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA): Aktivieren Sie 2FA für Ihr Google-, Meta- (Facebook) oder iCloud-Konto. So benötigen Sie neben Ihrem Passwort einen zusätzlichen Code, um sich einzuloggen

  • Regelmässige Überprüfung: Kontrollieren Sie, welche Dienste mit Ihrem Social Login verknüpft sind, und entfernen Sie alte oder ungenutzte Verbindungen.

  • Eigenständige Logins: Erstellen Sie wo immer möglich separate Benutzerkonten mit individuellen Passwörtern, anstatt Social Logins zu nutzen.

LinkedIn: ein Hotspot für Angriffe

LinkedIn ist die führende Plattform für berufliche Vernetzung – und genau deshalb ein beliebtes Ziel für Cyberkriminelle. Ein häufiges Problem sind Fake-Profile, die sich als Recruiter*innen, CEOs oder Expert*innen ausgeben. Sie senden Ihnen Verbindungsanfragen und versuchen, Ihr Vertrauen zu gewinnen. Doch sobald Sie ihre Anfrage akzeptiert haben, versuchen Betrüger*innen, Sie dazu zu bringen, auf schädliche Links zu klicken oder sensible Informationen preiszugeben. Ein weiteres Problem ist die Verifizierung von Profilen. Zwar bietet LinkedIn Mechanismen wie die Bestätigung von E-Mail-Adressen oder Arbeitsstellen. Doch längst nicht alle Nutzer*innen nutzen diese Funktionen. Das macht es Betrüger*innen leicht, falsche Identitäten vorzutäuschen.


Beispiele für Angriffe auf LinkedIn

  • Phishing: Ein «Recruiter» sendet Ihnen eine Nachricht mit einem Link zu einer angeblichen Stellenanzeige. Klicken Sie darauf, werden Sie auf eine gefälschte Website weitergeleitet, die Ihre Login-Daten abgreift.

  • Social Engineering: Ein Fake-Kontakt bittet Sie, eine Datei zu prüfen oder Informationen zu teilen, die er später gegen Sie verwenden kann.

  • Deepfakes: KI-generierte Profilbilder und Inhalte machen es immer schwieriger, echte von falschen Profilen zu unterscheiden.

Wie können Sie sich schützen?

  • Prüfen Sie fremde Profile. Akzeptieren Sie nur Verbindungsanfragen von Personen, die Sie kennen oder deren Profil authentisch wirkt (z. B. durch echte Kontakte, berufliche Details und Verifizierung).

  • Hinterfragen Sie Links. Klicken Sie nie auf Links in Nachrichten, die Ihnen verdächtig vorkommen.

  • Nutzen Sie die Verifizierung. LinkedIn bietet die Möglichkeit, Ihr Profil zu verifizieren. Nutzen diese Funktion, um anderen zu zeigen, dass Ihr Profil echt ist, und achten Sie darauf, ob andere Profile verifiziert sind.

Wie Sie Ihre Online-Identität schützen können

Ob Social Logins, LinkedIn oder andere Plattformen: Sie haben den Schutz Ihrer digitalen Identität in Ihrer eigenen Hand. Es liegt an Ihnen, sich abzusichern! Hier sind einige grundlegende Tipps:

  1. Nutzen Sie starke Passwörter. Verwenden Sie komplexe und einzigartige Passwörter für jeden Dienst. Passwort-Manager können Ihnen helfen, den Überblick zu behalten.

  2. Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Schalten Sie wo immer möglich die 2FA ein. Sie ist eine der effektivsten Methoden, um unbefugten Zugriff zu verhindern.

  3. Laden Sie aktuelle Updates: Halten Sie Ihre Geräte und Software immer auf dem neuesten Stand, um Sicherheitslücken zu schliessen.

  4. Bleiben Sie skeptisch. Lassen Sie Vorsicht walten bei E-Mails, Nachrichten und Anfragen, die Ihnen verdächtig vorkommen – auch wenn sie scheinbar von bekannten Personen oder Unternehmen stammen.

  5. Schaffen Sie Bewusstsein. Sprechen Sie mit Kollegen, Freunden und in der Familie über digitale Sicherheit. Je mehr Menschen informiert sind und entsprechend handeln, desto schwieriger wird es für Cyberkriminelle.


Sicherheit ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit

Die digitale Welt verlangt Verantwortung. Gerade im Zeitalter der KI, in dem Angriffe immer raffinierter werden, ist der Schutz Ihrer digitalen Identität so wichtig wie nie zuvor. Der Missbrauch von Social Logins und Plattformen wie LinkedIn zeigt, wie einfach es ist, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, und wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben. Deshalb gilt: Behandeln Sie Ihr digitales Ich genauso sorgfältig wie Ihre physische Identität. Denn nur so können Sie die Chancen der digitalen Welt voll ausschöpfen und gleichzeitig ihre Risiken minimieren.



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